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Vom Leben schreiben

Fr, 17.5.2019 - So, 19.5.2019
Kurzbeschreibung
Tagung anlässlich der Verleihung des Marie Luise Kaschnitz-Preises an Angelika Klüssendorf
Veranstaltungsort
Evangelische Akademie Tutzing
Schlossstraße 2+4
82327 Tutzing
Thumbnail des Veranstaltungsortes
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Schloss Tutzing
Ausführliche Beschreibung
WER ZU LESEN VERSTEHT, BESITZT DEN SCHLÜSSEL ZU GROSSEN TATEN, ZU UNERTRÄUMTEN MÖGLICHKEITEN
Aldous Huxley

Im Werk der Schriftstellerin Angelika Klüssendorf geht es um existentielle Erfahrungen. Der Wille zu Überleben und die Sehnsucht, sich selbst zu spüren treiben ihre Figuren an. Seit ihrem Debüt „Sehnsüchte. Eine Erzählung" (1990) schreibt die Autorin aus der Perspektive von Schwachen und Gedemütigten. Meist sind es junge Mädchen und Frauen, die darum ringen, ihre Würde in einem fremdbestimmten, durch Verwahrlosung und Gewalt geprägten Leben zu erhalten, sich aus der Ohnmacht zu befreien und ihren eigenen Weg zu finden. Wut, Hass und Liebe liegen dabei oft nahe beieinander. Dabei beeindrucken die Zähigkeit und die Willensstärke, mit denen die Protagonistinnen trotz widriger Umstände vorwärts gehen.

Die literarischen Mittel variiert die Autorin von Buch zu Buch. Mal reihen sich spannende Erzählungen zu einem losen Reigen, der gleichsam die Beziehungslosigkeit der Figuren spiegelt. Mal nehmen einen die für sich stehenden Kurzgeschichten ob ihrer unbestechlichen Prägnanz gefangen. Und in ihren autobiografisch inspirierten Bildungsromanen „Das Mädchen" (2011), „April" (2014) und „Jahre später" (2018) entfaltet die Autorin ein ganzes Leben. Dieses beginnt in prekären Verhältnissen in der DDR, führt in die Leipziger Künstlerszene der siebziger und achtziger Jahre und reicht bis hin zur Ausreise in den Westen Deutschlands und die intensive und toxische Ehe mit einem Chirurgen.

Diese Trilogie über fortschreitenden intellektuellen Eigensinn und Selbstbehauptung ist nicht zuletzt eine Feier der Literatur, die für die Protagonistin von Kindheit an Rettung und Erlösung war. Damit steht Angelika Klüssendorf in der Tradition großer deutscher Erzählerinnen wie Marie Luise Kaschnitz, der Namensgeberin des Preises.

(...)
Ansprechperson
Rita Niedermaier niedermaier@ev-akademie-tutzing.de
Tagungsassistenz
Telefon: 08158 251-125
Telefax: 08158 99 64 24
ReferentInnen
Jens Bisky, Journalist und Autor, Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, München
Nana Ekvtimishvili, Autorin und Filmemacherin, Berlin/Tbilissi
Thomas Geiger, Mitglied der Jury, Literarisches Colloquium Berlin
Tanja Graf, Mitglied der Jury, Leiterin des Literaturhauses München
Brigitte Grande, Vorsitzende des Gesamtfreundeskreises, Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing e.V.
Pfr. Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing
Angelika Klüssendorf, Autorin, Preisträgerin des Marie Luise Kaschnitz-Preises 2019, Polchow
Katja Lange-Müller, Autorin, Berlin Olaf Petersenn, Lektor, Piper Verlag, München
Marie Schmidt, Mitglied der Jury, Redakteurin im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, München
Prof. Torsten Schulz, Professor für Praktische Dramaturgie, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Polchow
u.a.
Art der Erwachsenenbildungsveranstaltung
Fortbildung
in Kooperation mit
Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing
Art der Veröffentlichung
Zeitung|Mitteilungsblatt|Amtsblatt; Gemeindebrief; Internet; Plakat|Handzettel|Programmheft
Einrichtung der Evangelischen Erwachsenenbildung
Evangelisches Bildungswerk Weilheim e. V.
Veranstalter / veröffentlicht von:
Evangelische Akademie Tutzing
Die Evangelische Akademie Tutzing ist eine Tagungs- und Studienstätte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Toleranz und christliche Verantwortung sind die Voraussetzungen ihrer Arbeit.
Schlossstrasse 2+4
82327 Tutzing
grass@ev-akademie-tutzing.de
http://www.ev-akademie-tutzing.de
Dorothea Grass
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0 81 58/251-112
Fax. 0 81 58/251-133