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Der Zeitzeuge Leszek Żukowski und Bundesratspräsident Bodo Ramelow erinnern an die ersten polnischen Häftlinge im KZ Dachau

Deutsch-Polnisches Gedenken zum 83. Jahrestag
So, 18.9.2022 15 Uhr
Veranstaltungsort
Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Alte Römerstr. 87
85221 Dachau
Telefon 08131-13644
info@versoehnungskirche-dachau.de
www.versoehnungskirche-dachau.de

Parkmöglichkeit: auf dem Klosterparkplatz, Alte Römerstr. 91 am nördlichen Ende der Lagermauer
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Ausführliche Beschreibung
Am Sonntag, 18. September 2022, 15 Uhr, veranstaltet die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau ein Deutsch-Polnisches Gedenken zum 83. Jahrestag der ersten Deportation von Polen ins Konzentrationslager Dachau.

Bei der Gedenkfeier sprechen der polnische Widerstandskämpfer und KZ-Dachau-Überlebende Professor Dr. Leszek Żukowski (93), die polnische Schriftstellerin Maria Aniśkowicz, deren Urgroßvater Jakub Sabasz im KZ Dachau ermordet wurde, der Bundesratspräsident und Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Versöhnungskirche.

Bereits zwei Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen wurden am 16. September 1939 25 Männer aus Ostoberschlesien ins KZ Dachau verschleppt. Bis zur Befreiung des Lagers litten insgesamt mehr als 40.700 Menschen aus Polen im KZ Dachau, unter ihnen fast 10.000 jüdische Häftlinge. Die polnischen Häftlinge waren im KZ Dachau die größte nationale Gruppe. Waren es zunächst nur Männer, so wurden in den letzten Kriegsjahren auch etwa 1600 Frauen aus Polen nach Dachau verschleppt. Von den polnischen Häftlingen wurden im Dachauer KZ-System mindestens 8390 ermordet. Einer von ihnen war Jakub Sabasz (1873-1941). Seine 1953 geborene Urenkelin, die in Deutschland lebende polnische Schriftstellerin Maria Aniśkowicz, verarbeitete seinen bestialischen Tod in einem Gedicht, das sie bei der Gedenkfeier vorträgt.

Unter den mehr als 14.000 am 29. April 1945 von der U.S. Army in Dachau befreiten polnischen Häftlingen war der damals sechzehnjährige Leszek Żukowski. Er hatte 1944 im Warschauer Aufstand in der Armia Krajowa (Heimatarmee) gegen die Deutschen gekämpft, war ins KZ Flossenbürg verschleppt worden und am 27. April 1945 nach einem mörderischen Todesmarsch mehr tot als lebendig in Dachau eingetroffen. Bei seiner Befreiung wog er nur noch 29 Kilogramm. Professor Dr. Leszek Żukowski, einer der wenigen noch als Zeitzeuge aktiven Kämpfer des Warschauer Aufstands, kommt auf Einladung der Versöhnungskirche nach Dachau, um erstmals am Ort seiner Befreiung öffentlich zu sprechen.

Aus Briefen und Tagebuchaufzeichnungen von polnischen Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau liest Julia Cortis, aus dem Bayerischen Rundfunk bekannte künstlerische Sprecherin.

An der musikalischen Gestaltung beteiligt sich die junge Sopranistin Lisa Orthuber. Sie trägt die Vertonung von Psalm 22 der polnisch-jüdischen KZ-Überlebenden Rachel Knobler (1924-2017) vor.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, wurde im Herbst 2021 turnusgemäß für ein Jahr zum Präsidenten des Bundesrates gewählt. Er ist damit einer der höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland und Vertreter des Bundespräsidenten.

Nach derzeitigem Stand gilt in der Versöhnungskirche bei Veranstaltungen, bei denen keine größeren Abstände eingehalten werde können, FFP2-Maskenpflicht.
Kontakt
Kirchenrat Dr. Björn Mensing
Art der Erwachsenenbildungsveranstaltung
Vortrag
Art der Veröffentlichung
Zeitung|Mitteilungsblatt|Amtsblatt; Internet; Plakat|Handzettel|Programmheft
Einrichtung der Evangelischen Erwachsenenbildung
Evangelisches Bildungswerk München e.V.
Veranstalter / veröffentlicht von: Bild / Logo Versöhnungskirche KZ-Gedenkstätte Dachau
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